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Minecraft, das erst nur ein Spiel war, dann ein popkulturelles Phänomen, hat seit 2013 auch Einzug in Museen und andere Organisationen gehalten.

MoMA

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Das 1929 in New York gegründete Museum of Modern Art (MoMA) widmet sich ausschließlich der Gegenwartskunst. Es beherbergt eine der weltweit bedeutendsten und einflussreichsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Im November 2012 erwarb das MoMA 14 Computerspiele als Grundstock für eine neue Kategorie von Kunstwerken[1].

In der Daueraustellung "Applied Design" (Angewandte Gestaltung) werden ca. 100 Objekte der Designkunst gezeigt. Neben Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen sind auch Computerspiele zu sehen. In raumhohe, schwarze Stellwände, die teilweise mit dem Design des Spiels bedruckt sind, sind Monitore eingelassen. Es wurde bewusst darauf verzichtet, die typischen Geräte aufzubauen, auf denen die Spiele ursprünglich gespielt wurden. Stattdessen sind nur die flachen Monitore zu sehen; die Spiele sollen für sich selbst sprechen.

Die Ausstellung hat eine kontroverse Debatte in der Kunstwelt ausgelöst, ob Computerspiele überhaupt Kunst seien. Das MoMA antwortet, dass die bewegte Grafik ganz sicher Kunst sei, in der Ausstellung ginge es aber vor allem um das Design, also um die Gestaltung der Spiele. Dabei stand nicht nur der ästhetische Gesichtspunkt im Vordergrund, sondern auch das Design der Interaktion zwischen Spieler und Spiel. Zusammen mit Experten, Historikern und Kritikern war in eineinhalb Jahren ein Kriterienkatalog erarbeitet worden, woraus eine Wunschliste von 40 Computerspielen entstand, die nach und nach erworben werden.

Am 28. Juni 2013 verkündete das MoMA den Erwerb weiterer Computerspiele, darunter auch Minecraft[2]. Unter der Inventarnummer 702.2013[3] ist Minecraft, das der Hersteller Mojang dem Museum geschenkt hat, nun ein Teil der weltberühmten Sammlung. Einige Spiele kann man auch spielen, aber Minecraft gehört nicht dazu.

Tate Gallery

Tateworldspiclogo

1897 wurde in London das Kunstmuseum Tate Gallery gegründet, das die Werke britischer Künstler von 1500 bis in die Gegenwart ausstellt. 1998 kam die Webseite Tate Online hinzu. Dort wurde im November 2014 ein neues Projekt vorgestellt: "Tate Worlds". Bei diesem Projekt werden von Dragnoz und seinen Helfern acht Kunstwerke als Minecraft-Welten nachgebaut. Diese Welten sind als Adventure Map herunterladbar und enthalten interaktive Elemente, mit denen das jeweilige Kunstwerk oder dessen Geschichte erforscht werden können. Auf der Webseite der Tate Gallery kann man die Welten herunterladen.

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André Derain, The Pool of London, 1906
Tate nevinson1       Tate nevinson2
Christopher Wynne Nevinson, Soul of the Soulless City, 1920

British Museum

British museum       British museum minecraft

Das British Museum wurde 1753 in London gegründet und ist eines der größten und bedeutendsten kulturgeschichtlichen Museen der Welt. Im September 2014 wurde das Projekt Museumcraft begonnen (hier das Video dazu): Ziel ist es, das Museumsgebäude mit allen Exponaten in Minecraft nachzubauen. Helfer können sich auf der Webseite des British Museums bewerben.

Britisches Landesvermessungsamt

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Das britische Landesvermessungsamt Ordnance_Survey hat im September 2013 unter dem Namen GB Minecraft eine Landkarte von Großbritannien als Minecraft-Welt im Maßstab 1:50 (1 Block = 50 Meter) generiert[4]. Die Generierung beruht auf britischen Geodaten, wobei im Prinzip eine riesige, dreidimensionale Karte hergestellt wurde, denn aufgrund des Maßstabs waren keine Gebäude zu sehen. Häuserflächen wurden einfach als Ziegelsteinflächen markiert. Auch Flüsse und Straßen wurden in die Karte eingetragen. In der normalen Online-Landkarte des Ordnance Survey konnte man sich die realen Koordinaten eines bestimmten Punktes in Minecraft-Teleportationskoordinaten umwandeln lassen, um diesen Ort schnell auf der Minecraft-Karte zu finden.

Ein Jahr später, im September 2014, wurde eine verbesserte Version der Großbritannien-Welt als GB Minecraft 2 veröffentlicht[5]. Der Maßstab wurde halbiert (1 Block = 25 Meter), so dass die Karte nun wesentlich detaillierter ist und natürlicher aussieht. Statt 22 Milliarden Blöcke ist sie nun 83 Milliarden Blöcke groß. Straßen sind je nach Wichtigkeit in unterschiedlichen Farben dargestellt, Eisenbahnlinien sind hinzugekommen, Waldflächen haben nun Bäume und es gibt auch einige Gebäude. Über die Webseite der Behörde kann man sich die Welt herunterladen.

Britischer Geologischer Vermessungsdienst

BGS-Isle-of-Wight       Minecraft Terrain Info

Der British Geological Survey stellt geologische Karten von Großbtitannien für die Regierung und die Öffentlichkeit zur Verfügung. Inspiriert von GB Minecraft (siehe oben) hat der British Geological Survey eine geologische Minecraft-Welt generiert, die auf der Oberfläche die Karte des Ordnance Survey zeigt (siehe oben) und im Untergrund die geologischen Schichten Großbritanniens nachbildet. Dabei wurden die verschiedenen realen Gesteine jeweils einem bestimmten Minecraft-Block zugeordnet. Den Download der Welt und eine Tabelle der Blöcke gibt es hier.

Dänische Geodaten-Behörde

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Inspiriert von GB Minecraft (siehe oben) hat die dänische Geodaten-Behörde Geodatastyrelsen im April 2014 verkündet, dass das gesamte Land im Maßstab 1:1 (1 Block = 1 Meter) in Minecraft generiert wurde, um Schülern und Studenten die Geografie des Landes näher zu bringen. Über die Webseite der Behörde kann das Land in 100 Quadratkilometer-Bereichen stückchenweise auf den heimischen PC heruntergeladen werden. Bis 23. Oktober 2014 war das Land auch online ansehbar[6]. Die dänische Minecraft-Welt wurde zum größten Teil anhand von Geodaten automatisch generiert. Sie ist so groß (1000 Gigabyte), dass sie auf drei Server aufgeteilt werden musste: Nordjütland, Südjütland und die östlichen Inseln.

Weltweite Schlagzeilen machte die Verwüstung von Teilen der Landschaft zwei Wochen nach der Veröffentlichung. Eine Gruppe US-amerikanischer Griefer hatte mit TNT-Loren Städte gesprengt und dort amerkianische Flaggen und Panzer aufgestellt[7]. Die dänische Geodaten-Behörde sah das gelassen, das gehöre zu Minecraft dazu, sagte sie. Nur besonders schlimm verwüstete Stellen würden regeneriert. Abgesehen von den Verwüstungen sei man über das ansonsten rege Interesse sehr erfreut.

Einzelnachweise

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